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Limnologie - die Lehre von den Binnengewässern
Binnengewässer

Limnologica - Ecology and Management of Inland Waters

Die Limnologica ist eine international gut etablierte Zeitschrift für das Gebiet der Limnologie, der Aquatischen Ökologie und ähnlicher Fachdisziplinen mit der Schwerpunkt Gewässerforschung. Die vom Elsevier Verlag herausgegebene Zeitschrift ist besonders auch an Artikeln interessiert, die sich mit dem komplexen Zusammenspiel von biologischen, chemischen und physikalischen Aspekten sowie angewandten Fragen des Gewässermanagements oder der Klassifizierung befassen.

Ein Ziel besteht auch darin, mehr Studien aus wenig untersuchten Regionen der Welt wie in Südamerika, Afrika und Asien der wissenschaftlichen Gemeinschaft zugänglich zu machen.

Die Zeitschrift wurde 1962 durch den damaligen Direktor der Forschungsstelle am Stechlinsee Theodor Schräder (1904-1975) gegründet.

Die Limnologica ist eng mit der DGL verbunden. Ehemalige Herausgeber waren unter anderem Jost Casper, Walter Geller, Jürgen Benndorf, Günther Friedrich, Wilfried Schönborn und Rainer Koschel.  Durch die Mitwirkung als Herausgeber oder im Beirat wird die Zeitschrift auch aktuell durch DGL Mitglieder tatkräftig unterstützt.

Wissenschaftliche Beiträge von DGL Mitgliedern sind sehr willkommen. Es besteht die Möglichkeit, 4-5 Artikel mit großer Relevanz für alle Limnologen in Deutschland und andere Interessierte auf der DGL Webseite frei zugänglich zu machen.

Weitere Informationen unter:  https://www.journals.elsevier.com/limnologica

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1.06.2021
Eigendynamik als Treiber für den Renaturierungserfolg in einem Tieflandbach
Michael Seidel, Fengqing Li, Uta Langheinrich, Richard M. Gersberg & Volker Lüderitz

Im Jahr 2002 wurde der sandgeprägte Tieflandbach Ihle im Naturaum des Burger Vorflämings ca. 20 km nordöstlich von Magdeburg einer umfassenden Renaturierung unterzogen. Der Lauf wurde auf einer Länge von ca. 1600 Metern aus der Talrandlage in sein ursprüngliches Profil zurückverlegt, die Sedimentqualität und das Profil wurden durch Zugabe von Kies und Totholz verbessert. Jede landwirtschaftliche Nutzung in der Aue wurde eingestellt. Das Gewässer unterliegt seither einer natürlichen Sukzession.

Über einen Zeitraum von 17 Jahren erfolgte eine Erfolgskontrolle hinsichtlich der hydromorphologischen Eigendynamik sowie der Besiedelung mit Makrophyten, Makrozoobenthos und Fischen. In der Makrozoobenthos-Biozönose nahmen sowohl der taxonomische wie auch der funktionale Reichtum im Lauf der ersten 10 Jahre signifikant zu. Mit dem zunehmenden Einfluss von Beschattung und Totholz veränderte sich aber auch die Lebensgemeinschaft, z. B. nahm die Zahl der Libellenarten deutlich ab, die der Steinfliegen demgegenüber zu. Die Makrophytenbestände gingen zurück. Bei den Fischen blieb der Wiederbesiedelungserfolg aufgrund des geringen Rekolonisationspotenzials allerdings bisher nur mäßig."


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1.06.2021

Pegelstandsänderungen im Bodensee und ihre Beziehung zu Veränderungen in der Makrophytenbesiedlung der Abflüsse des Bodensee-Ober- und Untersees
Klaus Schmieder, Bernd Wahl, Michael Dienst, Irene Strang, Gunnar Franke, Martin Mainberger

Seit 2008 vergrößerten sich im Bodensee die Pegelunterschiede von Ober- und Untersee zunehmend, nachdem sie im 20. Jh. deutlich abnahmen. Die Frage nach den Ursachen der Änderung der Seespiegelverhältnisse führt zu der Annahme, dass die Veränderungen der Wasserpflanzenvegetation infolge der starken Nährstoffzunahme in den 1960er und 1970er Jahren und des anschließenden, bis heute andauernden Nährstoffrückgangs eine wesentliche Rolle spielen. Um die Frage zu klären, wurde die Verbreitung der Wasserpflanzen in den Seeausflüssen kartiert. Vor allem das Schweizer Laichkraut (Potoamogeton helveticus) nimmt als immergrüne Art der Ablussrinnen hier eine Schlüsselstellung ein. Tauchuntersuchungen und hydraulische Modellierungen ergänzten die Untersuchungen.

Die Ergebnisse zeigen, dass das Schweizer Laichkraut im vergangenen Jahrzehnt tatsächlich stark zugenommen hat. Die Art besiedelt aktuell die Sohle der Abflussrinnen des Seerheines bis in 6 m Tiefe mit bis zu 1000 Sprossen pro Quadratmeter und Sprosslängen von bis zu 5 m, während sie in den Jahrzehnten zuvor lediglich an den Rändern der Abflussrinnen in kleinen Beständen mit Sprosslängen von unter 1 m vorkam. In den Flachwasserzonen außerhalb der Abflussrinnen haben sich im vergangenen Jahrzehnt im Seerhein vor allem Armleuchteralgen ausgebreitet. Die hydraulischen Modellierungen bestätigen die Annahme, dass Wasserpflanzen die Ursache für die veränderten Seespiegelverhältnisse darstellen.

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100 Jahre Limnologische Institute am Bodensee
3.12.2020

Vor einem Jahrhundert wurden die ersten limnologischen Institute am Bodensee gegründet.

In der Geschichte der Institute spiegeln sich ein Jahrhundert Zeitgeschichte und
Wissenschaftsgeschichte: 100 Jahre neuer limnologischer Erkenntnisse, aber auch 100 Jahre Finanzierungsengpässe und teilweise erbitterter Konkurrenz zwischen den Institutsleitern (Max Auerbach, Reinhard Demoll, Hans-Joachim Elster) und auswärtigen Limnologen (August Thienemann).

Die DGL freut sich, diese vom DGL Mitglied Dietmar Straile in der Limnologica publizierte Geschichte allen DGL Mitgliedern und weiteren Interessenten hier frei zur Verfügung stellen zu können