Arbeitskreis "Paläolimnologie"

Leiter:

Dr. Finn A. Viehberg, Diplom Biologe

Institut für Geologie und Mineralogie

Universität zu Köln

Zülpicher Str. 49a

50674 Köln

Tel.: +49 221 470 4293

Fax: +49 221 470 5149

Email: finn.viehberg@uni-koeln.de

http://www.sfb806.de - Collaborative Research Centre 806 'Our Way to Europe'


Aufgaben/Ziele:

Bereits auf der DGL-Jahrestagung in Braunschweig (2002) fand die konstituierende Sitzung des Arbeitskreises Paläolimnologie statt. Nun nach sieben Jahren starten wir mit neuer Energie durch. Das Thema hat an Aktualität nicht verloren, denn der historische Verlauf des ökologischen Zustandes eines Gewässer ist für viele andere Teildisziplinen in der Limnologie von sehr großer Bedeutung. Sedimente sind empfindliche Informationsspeicher von Umweltänderungen und kontinuierliche, zeitlich hochaufgelöste Gedächtnisse des Ökosystems. Gewässer bieten daher eine ideale Gelegenheit, die Umweltdynamik und die Auswirkungen der vom Menschen verursachten Verschmutzungen/ Veränderungen zu untersuchen, die in zunehmendem Masse unser Wohl und unsere Gesundheit beeinträchtigen. So können wir zum einen Referenzzustände ohne anthropogenen Einfluss eines Untersuchungsgewässers relativ genau beschreiben, um Planziele für das Management und die Restaurierung von Seesystemen gemäß der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie formulieren zu können. Oder sogar die Entwicklung einzelner physikalischer oder chemischer Wasserparameter u.U. der letzten 10.000 Jahre mit Hilfe von Transferfunktionen rekonstruieren. Oder Rezent biogeographische Verbreitungen verschiedener Gruppen in einem historischen Rahmen besser interpretieren.

Das Forschungsgebiet wird in Deutschland z.Z. vor allem von geologischen oder geographischen Institutionen vorangetrieben mit dem Methoden-Schwerpunkt der Sedimentologie und Geochemie, also einer Limnogeologie. Insofern setzt sich der Arbeitskreis „Paläolimnologie“ zum Ziel Organismen orientierte Forschungsaktivitäten auf dem Gebiet der Paläolimnologie zu fördern und zu koordinieren. Ein erster Schritt wird sein, eine Übersicht von Interessierten und Forschergruppen zu diesem Thema im deutschsprachigen Raum zu erstellen und die Kommunikation innerhalb der transdisziplinären Gruppe über eine gemeinsame email-newsgroup zu stärken. Ferner sind themenspezifische Workshops zu einzelnen Organismengruppen geplant (z.B. Chironomiden, Cladoceren, Diatomeen, Ostrakoden, Makrophyten u.a.) und Methodenansätze (z.B. Transferfunktionen, Geochemie u.a.). In diesem Sinne sind alle Paläolimnologie-Interessierte aufgerufen, sich zu melden und aktiv in den Arbeitkreis einzumischen.

 

Aktivitäten:

Auf der diesjährigen 26. DGL Jahrestagung in Bayreuth waren am Montag (27.09.) sowohl die Themenvorträge, als auch das Arbeitstreffen des AK Paläolimnologie. 

Wie letztes Jahr waren die Vorträge in dem organisierten Themenblock "Seenentwicklung im Quartär" sehr gut besucht (47 - 65 Zuhörer) und noch mehr Interessierte waren zu den Vorträgen in der Session "Der Klimawandel und seine Folgen für die Gewässerqualität" (geleitet Dr. Michael Altmayer, Bayerisches Landesamt für Umwelt) gekommen. Antworten auf die Frage, wie limnische Systeme auf sich ändernde Klimazyklen reagieren, sind für Limnologen von großem Interesse.

Das Hauptaugenmerk des AK-Treffens war die Mobilisierung weiterer aktiver Mitglieder. Durch ein Rundschreiben sollen noch mehr Mitglieder auf unseren AK "Paläolimnologie" aufmerksam gemacht werden und auch Kollegen außerhalb der DGL sollen angesprochen werden, um gemeinsam im deutschsprachigen Raum einen wissenschaftlichen Austausch zwischen Limnologen und Paläolimnologen zu stimulieren. 

Im Rahmen des AK wurde die Literaturdatenbank weitergeführt, welche verfügbare Publikationen und Berichte von paläolimnologischen Arbeiten in Deutschland aufführt. Diese ist auf der Internetseite des Arbeitskreise zugänglich. http://www.palaeolim.uni-koeln.de

Der AK Paläolimnologie plant zur 27. DGL Tagung in München/Iffeldorf eine Summer School 2011 an der Ludwig-Maximillian Universität im Geobio-Center in München. Gastgeber sind PD Dr. Renate Matzke-Karasz und PD Dr. Christoph Mayr. In fünf Themenblöcken werden verschiedene Experten die Teilnehmer sowohl theoretisch als auch praktisch in die paläolimnogische Forschung einführen und die Potentiale vermitteln. So werden u.a. Voruntersuchungen/Bohrmethoden, botanische und zoologische Indikatoren, geochemische Parameter und statistische Auswertemöglichkeiten vorgestellt und an Beispielmaterial selbst erarbeitet.

Ansprechpartner und Anmeldungen zur Summer School:

Dr. Finn Viehberg
Universität zu Köln
Institut für Geologie und Mineralogie
Zülpicher Straße 49a
50674 Köln

0221-4704293
finn.viehberg@uni-koeln.de

 

Wir stellen zurzeit eine Bibliographie zusammen, die die paläolimnologischen Aktivitäten an deutschen (Paläo-)Seen im Focus hat.

Aktuelle Aktivitäten werden auf der Seite: http://www.palaeolim.uni-koeln.de vorgestellt.