Arbeitskreis "Geschichte und Theorie der Limnologie"
Leiter:
Dr. Astrid E. Schwarz
Technische Universität Darmstadt
Institut für Philosophie
Schloss
64283 Darmstadt
Tel.: 06151/162297
Fax: 06151/163970
Schwarz@Phil.TU-Darmstadt.de
Aufgaben/Ziele:
Der Arbeitskreis beschäftigt sich sowohl mit wissenschaftshistorischen wie wissenschaftsphilosophischen
Fragen. Eines der Hauptanliegen ist, einen reflexiven Zugang zur eigenen Disziplin zu erarbeiten und
damit auch der vielbeklagten disziplinären Zersplitterung und inhaltlichen Ausfransung
entgegenzuwirken. Um so etwas wie ein zentrales Forschungsprogramm, Paradigma oder Epistem der
Limnologie überhaupt in den Blick zu bekommen, muss zunächst die Problemlage ausgebreitet und
analysiert werden. Dies kann entlang der verschiedenen "Fransen" des disziplinären Feldes entwickelt
werden.
Eine dieser "Fransen" wäre zum Beispiel die Rolle von Natur- und Umweltschutz in und für die
Limnologie und damit auch das Verhältnis von Normen und Fakten sowie der entsprechenden
Verfahrenweisen. Diese Problematik könnte aufgegriffen werden entlang des Diskurses um
Saprobiensystem und Wasserrahmenrichtlinie.
Eine andere "Franse" wäre die Auseinandersetzung mit der Limnologie als einer Wissenschaft,
die gleichzeitig Freiland- wie Laborwissenschaft ist und folglich auch mit Methoden aus beiden
Bereichen zu tun hat. Dadurch gerät sie aber in Konflikt mit den gängigen Schemata von Wissenschaft,
nach denen dies auf der methodischen, ontischen und epistemologischen Ebene notwendig Gegensätze
hervorbringt. Der See als Labor bleibt notwendig metaphorisch und umgekehrt können im Labor
bearbeitete Teilproben den See nicht vollständig repräsentieren. Damit ist ein sehr allgemeines
Problem exponiert, das sich anhand kleinerer Themenkomplexe und aus verschiedenen Perspektiven
bearbeiten lässt. Zum Beispiel über die Diskussion der Rolle des Experimentes in den
Naturwissenschaften, über die Funktion von graphischen Repräsentationen oder über die Bedeutung von
Modellen bei der Gegenstandsbildung in der Limnologie.Die neuere Wissenschaftsforschung stellt hier
interessante Ansätze bereit, um die genannten Themen gewinnbringend diskutieren zu können.
Eine mittelfristige Perspektive des Arbeitskreises könnte sein, entlang des skizzierten
Problemfeldes eine theoretisch und historisch reflektierte Position zum disziplinären Programm
der Limnologie zu entwickeln. Der Weg dorthin scheint mir über die Identifikation, Einordnung
und Ausarbeitung kleinerer Themenkomplexe zu führen.
Das Ergebnis dieser Analysen könnte schriftlich ausgearbeitet werden und im Sinne eines
kritischen Beitrags zur Programmatik der Limnologie publiziert werden.
Als kurzfristige Perspektive, im Blick auf die DGL-Tagung 2003 in Köln, möchte ich vorschlagen,
konkret einen der genannten Themenkomplexe aufzugreifen. Ich würde gerne über die Rolle der
Modellbildung in der Limnologie diskutieren und zwar am Beispiel der Bodensee-Forschung.
Das heisst jedoch nicht, dass wir nicht auch über andere Themen diskutieren können, denn
die Sondierung der Themenkomplexe obliegt im wesentlichen den Teilnehmerinnen und Teilnehmern des AK.
Der AK Geschichte und Theorie in der Limnologie ist noch ein junger Arbeitskreis, er wurde auf der
DGL-Tagung 2002 in Braunschweig gegründet. Entsprechend ist der AK auch noch sehr flexibel und
offen für neue Beiträge und Themenwünsche. Interessentinnen und Interessenten wenden sich bitte
direkt an Astrid Schwarz. Ich freue mich über Ihre Rückmeldung.
Dr. Astrid E. Schwarz
TU Darmstadt, Institut für Philosophie, Schloss, D-64283 Darmstadt
Email: Schwarz@phil.tu-darmstadt.de
Homepage: http://www.ifs.tu-darmstadt.de/phil/Prof_Mitarb/schwarz.html
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